„Bleib stark“
„Bleib stark“
Ein literarischer Online-Abend mit Gitta Martl
„Bleib stark“
Ein literarischer Online-Abend mit Gitta Martl

Am 4. Novem­ber 2020 liest die Schrift­stel­le­rin, Bür­ger­recht­le­rin und Künst­le­rin Rosa Git­ta Martl um 18:30 Uhr aus ihrem Buch „Bleib stark“. Git­ta Martl ist Trä­ge­rin des Kul­tur- und Ehren­prei­ses der Sin­ti und Roma, den ihr der VDSR-BW 2019 ver­lie­hen hat. Die­se Lesung fin­det in Koope­ra­ti­on mit der Mann­hei­mer Abend­aka­de­mie statt und ist Teil unse­rer Rei­he „Unse­re Men­schen erzäh­len“. Auf­grund der Coro­na-Situa­ti­on han­delt es sich um eine Online-Ver­an­stal­tung. Die Autorin wird live per Video­kon­fe­renz aus ihrem Werk lesen und für ange­mel­de­te Teil­neh­mer auch für Fra­gen zur Ver­fü­gung stehen.

Ver­fol­gen Sie die Lesung im Live­stream unter: https://www.youtube.com/user/romnokher.

Die Tex­te der preis­ge­krön­ten Autorin Rosa Git­ta Martl krei­sen vor­der­grün­dig um die eige­ne Fami­lie. Und doch bezie­hen sie die Welt ein, die gesell­schaft­li­chen Ver­hält­nis­se in Ver­gan­gen­heit und Gegen­wart. Das geht auch gar nicht anders, ist die Autorin doch Ange­hö­ri­ge einer lan­ge ver­folg­ten Min­der­heit, der Sin­ti, die vor über 500 Jah­ren in Öster­reich Fuß fass­ten. Nur ein ein­zi­ger Sin­to, eine ein­zi­ge Sin­tez­za von zehn über­leb­ten dort den Völ­ker­mord. Martl lässt ihre ermor­de­ten Groß­el­tern wie­der leben­dig wer­den, ihre Eltern, die sich als Über­le­ben­de der Kon­zen­tra­ti­ons­la­ger Ravens­brück und Sach­sen­hau­sen in den Wir­ren des Kriegs­en­des auf der Flucht in einem Wald begeg­ne­ten. In einer detail­rei­chen und far­bi­gen Erzäh­lung schil­dert Rosa Git­ta Martl unprä­ten­ti­ös ihr eige­nes Leben, Freud und Leid, das Fest­hal­ten­wol­len an Kul­tur und Spra­che der Vor­fah­ren, die anhal­ten­de Dis­kri­mi­nie­rung durch den Staat nach der Bar­ba­rei des Nazi-Regimes.

Ihr bür­ger­recht­li­ches Enga­ge­ment und ihr lite­ra­ri­sches Werk tru­gen Martl bedeu­ten­de Aus­zeich­nun­gen ein, dar­un­ter 2007 den Mari­an­ne-von-Wil­lemer-Preis, 2011 den Elfrie­de-Grün­berg-Preis und den beim öster­rei­chi­schen Par­la­ment ange­sie­del­ten Demo­kra­tie­preis der Mar­ga­re­tha Lupac-Stif­tung, 2013 das Gol­de­ne Ver­dienst­zei­chen der Repu­blik Öster­reich sowie 2019 den Roma-Lite­ra­tur­preis des öster­rei­chi­schen PEN.

Wir bit­ten um Vor­anmel­dung per E‑Mail unter info[at]sinti-roma.com oder tele­fo­nisch unter 0621 911091 00.

„Unse­re Men­schen“ – so nen­nen die Ange­hö­ri­gen der deut­schen natio­na­len Min­der­heit der Sin­ti ihre Fami­li­en und in erwei­ter­tem Sin­ne all die Men­schen, mit denen sie ihre Spra­che, das Roma­nes in sei­nen vie­len Vari­an­ten, tei­len. Das Zuhau­se der Spra­che ver­bin­det Sin­ti und Roma. Die­se Rei­he wid­met sich der Erzähl­kunst auf Roma­nes: gro­ßer Lite­ra­tur und klei­nen Geschich­ten, Fik­tio­na­lem und dem eige­nen Erle­ben. Immer wie­der wer­den Lie­bes­er­klä­run­gen an das Roma­nes zu hören sein. Aber die Rei­he ist auch eine Ein­la­dung zur Begeg­nung. Gedich­tet, über­setzt und erzählt wird auch auf Deutsch, der Hei­mat­spra­che vie­ler, deren Mut­ter­spra­che Roma­nes ist.

5 Nov, 2020
18:30 Uhr
02:00

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