Anlässlich des International Romani Day haben wir in Kooperation mit The Critical Film & Image Hub an der Forschungsstelle Antiziganismus, Universität Heidelberg das preisgekrönten schwedische Roadmovie „The Garbage Helicopter“ (Sophelikoptern) im Kulturhaus RomnoKher gezeigt. In entschleunigten Schwarz-Weiß-Bildern und auf Romanes erzählt der Film von einer skurrilen Reise dreier junger Erwachsener, die ihrer Großmutter eine alte Wanduhr zurückbringen.

Eröffnet wurde der Abend durch Romeo Franz, MdEP a.D., der in seiner Begrüßung die Brücke von der historischen Bedeutung des 8. April 1971 bis zur heutigen Notwendigkeit medialer Souveränität schlug. Er betonte, dass der Kampf um Gleichberechtigung untrennbar damit verbunden ist, wer die Kamera hält und wessen Geschichten erzählt werden. Er rief dazu auf, Film nicht nur als Unterhaltung, sondern als Werkzeug demokratischer Praxis zu verstehen.
Besonders bereichert wurde die anschließende Diskussion durch die wissenschaftliche Einordnung von Dr. Radmila Mladenova ( Projektleiterin des Critical Film & Image Hub an der Forschungsstelle Antiziganismus, Universität Heidelberg). In ihrer Analyse beleuchtete sie, wie „The Garbage Helicopter“ gängige Klischees und stereotype Sehgewohnheiten bewusst unterläuft. Dr. Mladenova verdeutlichte, dass die bewusste Wahl empowernder Gegenbilder ein Akt des Widerstands gegen dominante Narrative ist.

Für das Publikum war die Art und Weise, wie der Film mit subtilen Zitaten arbeitet sehr beeindruckend. Er verzichtet auf plakative Erklärungen und setzt stattdessen auf eine Symbolik, die erst durch den historischen Kontext ihre volle Wucht entfaltet. In der Diskussion mit Dr. Radmila Mladenova wurde herausgearbeitet, wie diese Zitate auf die spezifische Geschichte der Sinti in Schweden anspielen.
Der Abend machte deutlich, dass die Auseinandersetzung mit Film weit über ästhetische Fragen hinausgeht. Im Austausch entstand ein wertvoller Dialograum und eine Gelegenheit, antiziganistischen Darstellungen Perspektiven der Selbstbestimmung entgegenzusetzen.
Bild zur Verfügung gestellt durch The Critical Film & Image Hub an der Forschungsstelle Antiziganismus, Universität Heidelberg