Mit großer Trauer nehmen wir Abschied von Prof. Dr. Rita Süssmuth, einer unermüdlichen Kämpferin für die Rechte der Sinti und Roma. Ohne ihr Engagement wäre die bürgerrechtliche Situation der nationalen Minderheit nicht so, wie sie heute ist.
Als damalige Familienministerin förderte sie das Dokumentations- und Kulturzentrum der Sinti und Roma in Heidelberg und setzte sich für die Anerkennung und Förderung der Minderheit ein. Bis zuletzt war sie in verschiedenen Kuratorien und als Beraterin der Sinti und Roma tätig, um deren Rechte und Interessen zu vertreten.
Besonders hervorzuheben ist ihr Engagement als aktives Mitglied des Stiftungsrats der Hildegard Lagrene Stiftung, die sich für Bildung, Inklusion und gleichberechtigten Teilhabe der Sinti und Roma einsetzt. Seit 2015 setzte sie mit ihrer Leidenschaft und Gradlinigkeit deutliche Akzente in der Entwicklung der Stiftung.
Darüber hinaus engagierte sie sich auch auf Bundesebene für die Gleichberechtigung von Sinti und Roma, zuletzt bei dem Gespräch der Bundesverbände der Sinti und Roma in Berlin am 12. Juli 2023, bei dem sie die Eckpunkte eines Staatsvertrags zwischen der Bundesregierung und der Minderheit diskutierte.
Wir verlieren mit Rita Süssmuth eine integre und loyale Partnerin und eine der stärksten Stützen, die die Bürgerrechtsarbeit der Sinti und Roma je hatte. Wir trauern um eine starke und kostbare Frau, die für ihre Verdienste mit dem Kultur- und Ehrenpreis der Sinti und Roma ausgezeichnet wurde, verliehen durch Daniel Strauß am 20. September 2017.