Die Melde- und Informationsstelle Antiziganismus (MIA) hat heute auf ihrem 4. Jahreskongress in Berlin den Jahresbericht 2025 vorgestellt. Bundesweit wurden 2.076 antiziganistische Vorfälle dokumentiert, ein erneuter Höchststand und ein Anstieg von rund 24 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Besonders häufig traten Vorfälle beim Kontakt mit staatlichen Behörden auf, an zweiter Stelle folgte der Bildungsbereich.
MIA ist bislang in sechs Bundesländern mit regionalen Meldestellen vertreten. Baden-Württemberg gehört nicht dazu. Der VDSR-BW kooperiert seit 2025 mit MIA im Rahmen einer Kooperationsvereinbarung und leitet Fälle aus Baden-Württemberg in die bundesweite Statistik ein. Das ist ein wichtiger Schritt, der aber eine eigene Landesmeldestelle nicht ersetzen kann.
„Die Fälle, die uns erreichen, sind zahlreich und tiefgreifend und sie sind nur die Spitze eines Eisbergs. Antiziganismus sichtbar zu machen ist die Grundbedingung dafür, dass er bekämpft werden kann”, sagt Daniel Strauß, Vorstandsvorsitzender des VDSR-BW. „Wir würden deshalb die Einrichtung einer eigenen regionalen Meldestelle in Baden-Württemberg begrüßen.”
MIA-Geschäftsführer Ruiz nannte als Gründe für den Anstieg den „Rechtsruck in Teilen der Gesellschaft”. Auch der Antiziganismusbeauftragte der Bundesregierung, Michael Brand (CDU), erklärte, Sinti und Roma würden „von nationalistischen Kräften” immer stärker ins Visier genommen.
Unseren Minderheitenbericht 2025, in dem wir die Situation in Baden-Württemberg ausführlich dokumentieren, veröffentlichen wir am 23. Juni 2026.