Mit der dreiteiligen Filmreihe „Die dritte Generation erzählt“ setzte der Verband Deutscher Sinti und Roma, Landesverband Baden-Württemberg e.V. (VDSR-BW), im Rahmen der RomnoPower-Kulturwoche 2025 ein starkes Zeichen für Erinnerung, Dialog und Verständigung. Vom 26. bis 28. September wurden im Cinema Quadrat Mannheim und im Kulturhaus RomnoKher eindrucksvolle Dokumentarfilme gezeigt, die sich mit den Perspektiven der dritten Generation nach dem Holocaust auseinandersetzen.
Den Auftakt bildete am 26. September der Film „Wesley schwimmt“, in dem der 14-jährige Sinto Wesley Höllenreiner seine Familiengeschichte erforscht und die Gedenkstätte Auschwitz besucht. Im Cinema Quadrat waren Wesley Höllenreiner und seine Mutter Laura Höllenreiner persönlich zu Gast, um nach der Filmvorführung Fragen des Publikums zu beantworten. Das Gespräch wurde von Regisseur Adrian Oeser moderiert und ermöglichte einen offenen, herzlichen Austausch zwischen den Gästen und den Filmschaffenden. Viele Besucherinnen und Besucher nutzten die Gelegenheit, eigene Fragen zu stellen und mehr über Wesleys Reise und seine Beweggründe zu erfahren. Im Anschluss wurde der Film „Der lange Weg der Sinti und Roma“ gezeigt, der die Geschichte und Gegenwart der Minderheit eindrucksvoll beleuchtete und unter anderem das Leben der Mannheimer Holocaust-Überlebenden Zilli Schmidt porträtierte.
Am folgenden Abend, dem 27. September, stand die Filmvorführung „Mein illegales Leben“ im Mittelpunkt. Der Dokumentarfilm erzählt die Geschichte einer jüdischen Mutter und Tochter, die während der NS-Zeit in Berlin untertauchten und von einem mutigen Bahnarbeiter versteckt wurden. In der anschließenden Diskussion sprach Chana Freundlich, Enkelin einer Überlebenden, mit dem Historiker Tal Hever-Chybowski über Erinnerung, Schweigen und die Verantwortung der nachfolgenden Generationen.
Den feierlichen Abschluss der RomnoPower-Kulturwoche bildete am Sonntag, den 28. September, die Vorführung des Kurzfilms „Y‑History – War mein Uropa ein Nazi?“ von Adrian Oeser im Kulturhaus RomnoKher. Der Film eröffnete einen sehr persönlichen Blick auf die Frage nach Schuld und Verantwortung in Täterfamilien. In ihrem Grußwort würdigte Fadime Tuncer die Bedeutung des Dialogs und persönlicher Geschichten, um Erinnerung lebendig zu halten. Anschließend kamen die Protagonist*innen der Filmreihe, Chana Freundlich und Adrian Oeser, zu einem gemeinsamen Podiumsgespräch zusammen. Moderiert von Alexandra Senfft, entstand eine eindrückliche Diskussion über familiäres Erbe, Verantwortung und den Mut, Geschichte aus unterschiedlichen Perspektiven zu erzählen.
Rund 50 Gäste nahmen an der Abschlussveranstaltung teil. Viele nutzten die Gelegenheit, bei Essen und Getränken miteinander ins Gespräch zu kommen und gemeinsam auf eine intensive, bewegende Woche zurückzublicken.
Mit dieser Filmreihe und dem abschließenden Abend im RomnoKher endete die RomnoPower-Kulturwoche 2025 auf besonders eindrucksvolle Weise. Sie machte deutlich, wie stark die Stimmen der dritten Generation sind und wie wichtig es bleibt, Räume für Erinnerung, Austausch und gegenseitiges Verständnis zu schaffen.
Die Filmreihe „Die dritte Generation erzählt“ ist Teil des Projekts RomnoPowerVision und wurde durch den Aktionsfonds der Stadt Mannheim gefördert.