Blumen gegen das Vergessen
Blumen gegen das Vergessen

VDSR-BW gedenkt der Opfer der Depor­ta­tio­nen vom 15. März 1943

Am 15. März jährt sich ein tief­grei­fen­der Ein­schnitt in der Geschich­te der baden-würt­tem­ber­gi­schen Sin­ti und Roma: Das Datum steht für den Beginn der sys­te­ma­ti­schen Depor­ta­tio­nen aus Baden und Würt­tem­berg. Über das zen­tra­le Sam­mel­la­ger auf dem Hohen­a­s­perg wur­den hun­der­te Män­ner, Frau­en und Kin­der in das Ver­nich­tungs­la­ger Ausch­witz-Bir­ken­au verschleppt.

Um die Öffent­lich­keit auf die­sen Gedenk­tag auf­merk­sam zu machen und an die Opfer zu erin­nern haben wir in die­sem Jahr Gedenk­or­te und Denk­mä­ler mit Blu­men geschmückt – so u.a. auch in Reut­lin­gen, Mag­stadt, Stutt­gart und Mos­bach. Im Lau­fe der Monats wer­den an wei­te­ren Orten Blu­men niedergelegt.

Im März 1943 wur­den gan­ze Fami­li­en bru­tal aus ihrem All­tag, ihren Häu­sern und Beru­fen geris­sen. Der natio­nal­so­zia­lis­ti­sche Völ­ker­mord hin­ter­ließ nicht nur uner­mess­li­ches Leid bei den Opfern, son­dern schuf Wun­den, die bis heu­te nicht ver­heilt sind. Die Nach­kom­men der Über­le­ben­den tra­gen die schmerz­haf­ten Erin­ne­run­gen und das Trau­ma des Ver­lus­tes bis heu­te in sich. Für sie ist der 15. März ein Tag tie­fer Trau­er – aber auch ein Tag, der gesell­schaft­li­che Sicht­bar­keit und Empa­thie einfordert.

Mit dem sicht­ba­ren Geden­ken an den ver­schie­de­nen Orten in Baden-Würt­tem­berg sol­len Pas­san­tin­nen und Pas­san­ten zum Inne­hal­ten bewegt, die loka­le Geschich­te sicht­bar gemacht und ein wür­de­vol­les Zei­chen der Ver­bun­den­heit mit den Opfern und ihren heu­ti­gen Nach­kom­men gesetzt werden.

Das gemein­sa­me Erin­nern ist ein zen­tra­ler Bau­stein, um dem auch heu­te noch exis­tie­ren­den Anti­zi­ga­nis­mus ent­schie­den ent­ge­gen­zu­tre­ten und sich schüt­zend vor die Min­der­heit zu stellen.

Dani­el Strauß, Vor­stands­vor­sit­zen­der des VDSR-BW, erklärt hier­zu: „Hin­ter den his­to­ri­schen Daten und abs­trak­ten Opfer­zah­len ste­hen zer­ris­se­ne Fami­li­en, geraub­te Kind­hei­ten und ein tie­fer Schmerz, der in unse­ren Fami­li­en von Gene­ra­ti­on zu Gene­ra­ti­on wei­ter­ge­ge­ben wird. Wenn wir heu­te Denk­mä­ler im süd­li­chen Baden-Würt­tem­berg mit Blu­men schmü­cken, dann tun wir das, um unse­ren ermor­de­ten Ange­hö­ri­gen ihre Namen und ihre Wür­de im öffent­li­chen Raum zurück­zu­ge­ben. Die­se Blu­men sind ein Zei­chen der Trau­er, aber auch ein kla­res Signal der Nach­kom­men: Wir sind noch hier, wir erin­nern uns, und wir laden die Mehr­heits­ge­sell­schaft ein, das Geden­ken an unse­re gemein­sa­men Mit­bür­ge­rin­nen und Mit­bür­ger mit uns zu teilen.“

Für den VDSR-BW ist das Geden­ken an die Opfer untrenn­bar mit dem Ein­satz gegen Ras­sis­mus und Dis­kri­mi­nie­rung in der Gegen­wart ver­bun­den. Anläss­lich des Jah­res­ta­ges for­dert der Ver­band einen ver­stärk­ten Ein­satz gegen die Dis­kri­mi­nie­rung von Sin­ti und Roma in allen gesell­schaft­li­chen Bereichen. 

Dani­el Strauß macht deut­lich: „Wir for­dern, die bestehen­de Ver­an­ke­rung des Völ­ker­mords und der Geschich­te und Gegen­wart der Sin­ti und Roma in den Bil­dungs­plä­nen kon­se­quent in den Schu­len umzu­set­zen. Zivil­ge­sell­schaft, Poli­tik und Behör­den müs­sen sich der his­to­ri­schen Ver­ant­wor­tung bewusst sein und sich für ein siche­res Zusam­men­le­ben aller Men­schen in Baden-Würt­tem­berg einsetzen.”

Beitrag erstellt am 17.03.2026

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