Abschied von Ministerpräsident Kretschmann
Abschied von Ministerpräsident Kretschmann

VDSR-BW dankt für 15 Jah­re Zusam­men­ar­beit auf Augen­hö­he und wür­digt das Ver­mächt­nis von Minis­ter­prä­si­dent Win­fried Kret­sch­mann für die Sin­ti und Roma in Baden-Württemberg

Mit einem fei­er­li­chen Fest­akt im Neu­en Schloss wur­de Minis­ter­prä­si­dent Win­fried Kret­sch­mann nach 15 Jah­ren im Amt offi­zi­ell ver­ab­schie­det. Unter den gela­de­nen Gäs­ten war auch Dani­el Strauß, Vor­stands­vor­sit­zen­der des Lan­des­ver­bands Deut­scher Sin­ti und Roma Baden-Würt­tem­berg (VDSR-BW), der dem schei­den­den Regie­rungs­chef per­sön­lich gra­tu­lier­te und das weg­wei­sen­de Erbe sei­ner Amts­zeit würdigte.

Kret­sch­manns Regie­rungs­zeit mar­kiert eine neue Ära in der Bezie­hung zwi­schen dem Land und der natio­na­len Min­der­heit: 2013 schloss Baden-Würt­tem­berg als ers­tes Bun­des­land einen Staats­ver­trag mit dem Lan­des­ver­band Deut­scher Sin­ti und Roma — ein durch den Land­tag ein­stim­mig mit Geset­zes­kraft ver­se­he­ner Akt der Aner­ken­nung und Ver­ant­wor­tung. 2018 wur­de der Ver­trag erneu­ert und fort­ge­schrie­ben. Er bil­det bis heu­te die recht­lich ver­bind­li­che Grund­la­ge für die Arbeit des VDSR-BW als zen­tra­le Stim­me der natio­na­len Minderheit.

Dani­el Strauß unter­streicht die Bedeu­tung die­ser ver­trag­li­chen Absicherung:

„Win­fried Kret­sch­mann hat Geschich­te geschrie­ben, nicht nur als Minis­ter­prä­si­dent, son­dern auch als Brü­cken­bau­er. Unter sei­ner Ägi­de wur­de zum ers­ten Mal ein Staats­ver­trag rea­li­siert, der unse­re Zusam­men­ar­beit auf ein unum­stöß­li­ches Fun­da­ment gestellt hat. Damit hat er die Part­ner­schaft mit den Sin­ti und Roma als natio­na­le Min­der­heit in Baden-Würt­tem­berg recht­lich gefes­tigt und eine ver­läss­li­che Basis geschaf­fen, die heu­te bei­spiel­ge­bend für ganz Deutsch­land ist.

Sein poli­ti­sches Ver­mächt­nis ist geprägt von tie­fer Ver­läss­lich­keit und auf­rich­ti­gem Respekt vor unse­rer Kul­tur und Geschich­te. In den ver­gan­ge­nen 15 Jah­ren haben wir eine ver­trau­ens­vol­le Zusam­men­ar­beit auf Augen­hö­he erlebt. 15 Jah­re Win­fried Kret­sch­mann waren ein wah­res Geschenk für unser Land und unse­re Kul­tu­ren. Wir dan­ken ihm für sein Ver­trau­en und sei­ne stand­haf­te Unterstützung.”

Der Staats­ver­trag ver­pflich­tet den VDSR-BW zur Erfül­lung kon­kre­ter Auf­ga­ben im Auf­trag des Lan­des — und schafft dafür die ver­läss­li­che insti­tu­tio­nel­le Grundlage:

Poli­ti­sche Mit­ge­stal­tung: Im „Rat für die Ange­le­gen­hei­ten der deut­schen Sin­ti und Roma in Baden-Würt­tem­berg”, ange­sie­delt im Staats­mi­nis­te­ri­um, berät der VDSR-BW die Lan­des­re­gie­rung unmit­tel­bar und bringt die Per­spek­ti­ve der Min­der­heit in poli­ti­sche und gesetz­li­che Vor­ha­ben ein.

Doku­men­ta­ti­on und Bekämp­fung von Anti­zi­ga­nis­mus: Der Ver­band betreibt sys­te­ma­ti­sches Moni­to­ring aktu­el­ler Dis­kri­mi­nie­rungs­fäl­le und doku­men­tiert Regio­nal- und Ver­fol­gungs­ge­schich­te aus der Eigen­per­spek­ti­ve der Min­der­heit. Die­se wis­sen­schaft­li­che Grund­la­gen­ar­beit schafft die Vor­aus­set­zung für wirk­sa­me Bil­dungs- und Prä­ven­ti­ons­ar­beit — etwa in Poli­zei, Jus­tiz und Schulen.

Kul­tur­haus Rom­noK­her: Als zen­tra­ler Ort der Begeg­nung, Bil­dung und Kul­tur in Mann­heim ver­mit­telt der VDSR-BW die über 600-jäh­ri­ge Geschich­te der Sin­ti und Roma und stärkt den gesell­schaft­li­chen Dialog.

Bil­dung und Auf­klä­rung: Der Ver­band ent­wi­ckelt Bil­dungs­ma­te­ria­li­en, führt Fort­bil­dun­gen für Mul­ti­pli­ka­to­ren durch und koope­riert mit Schu­len, Hoch­schu­len und zivil­ge­sell­schaft­li­chen Orga­ni­sa­tio­nen, um Vor­ur­tei­len dort ent­ge­gen­zu­wir­ken, wo sie entstehen.

Bera­tung und Teil­ha­be: In Bera­tungs­stel­len in Mann­heim, Ulm, Nür­tin­gen und wei­te­ren Stand­or­ten unter­stützt der VDSR-BW Ange­hö­ri­ge der Min­der­heit dabei, ihre Rech­te in den Berei­chen Bil­dung, Arbeits­markt und Sozia­les gleich­be­rech­tigt wahrzunehmen.

Für Dani­el Strauß bil­det die­ses gewach­se­ne Ver­trau­ens­ver­hält­nis die idea­le Grund­la­ge für die Zukunft:

„Win­fried Kret­sch­mann hat ein Fun­da­ment geschaf­fen, das weit über sei­ne Amts­zeit hin­aus Bestand haben wird. Dar­an wol­len wir gemein­sam mit der neu­en Lan­des­re­gie­rung anknüp­fen. Dank der durch den Staats­ver­trag abge­si­cher­ten Zusam­men­ar­beit kön­nen wir unse­re Auf­ga­ben für die natio­na­le Min­der­heit mit Sicher­heit und Taten­drang wei­ter­füh­ren. Wir bli­cken mit gro­ßer Zuver­sicht auf die kom­men­de Legis­la­tur­pe­ri­ode — um den Weg des gegen­sei­ti­gen Respekts gemein­sam und ver­bind­lich weiterzugehen.”

Bild­rech­te: Staats­mi­nis­te­ri­um Baden-Würt­tem­berg / Uli Regenscheit

Beitrag erstellt am 30.04.2026

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