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UNSERE MENSCHEN ERZÄHLEN mit Gitta Martl

19. Februar @ 17:00 - 18:30

kostenlos

„Unsere Menschen“ – so nennen die Angehörigen der deutschen nationalen Minderheit der Sinti ihre Familien und in erweitertem Sinne all die Menschen, mit denen sie ihre Sprache, das Romanes in seinen vielen Varianten, teilen. Das Zuhause der Sprache verbindet Sinti und Roma. Diese Reihe widmet sich der Erzählkunst auf Romanes: großer Literatur und kleinen Geschichten, Fiktionalem und dem eigenen Erleben. Immer wieder werden Liebeserklärungen an das Romanes zu hören sein. Aber die Reihe ist auch eine Einladung zur Begegnung. Gedichtet, übersetzt und erzählt wird auch auf Deutsch, der Heimatsprache vieler, deren Muttersprache Romanes ist.

 

Gitta Martl stellt am 19. Februar in der Reihe „Unsere Menschen erzählen“ ihr Buch „Bleib stark“ vor.
Rosa Gitta Martls Texte kreisen vordergründig um die eigene Familie. Und doch beziehen sie die Welt ein, die gesellschaftlichen Verhältnisse in Vergangenheit und Gegenwart. Das geht auch gar nicht anders, ist die Autorin doch Angehörige einer lange verfolgten Minderheit, der Sinti, die vor über 500 Jahren in Österreich Fuß fassten. Nur ein einziger Sinto, eine einzige Sintezza von zehn überlebten hierzulande den Völkermord. Martl lässt ihre ermordeten Großeltern wieder lebendig werden, auch wenn ihr Bild blass bleiben muss, ihre Eltern, die sich als ausgemergelte Überlebende der Konzentrationslager Ravensbrück und Sachsenhausen in den Wirren des Kriegsendes auf der Flucht in einem Wald begegneten. In einer detailreichen und farbigen Erzählung schildert Rosa Gitta Martl unprätentiös ihr eigenes Leben, Freud und Leid, das Festhaltenwollen an Kultur und Sprache der Vorfahren, die anhaltende Diskriminierung durch den Staat nach der Barbarei des Nazi-Regimes.

 

Rosa Gitta Martl wurde 1946 in Linz geboren, wo sie auch heute lebt. Die verwitwete Mutter dreier Kinder arbeitete u.a. als Hausiererin, Köchin, Versicherungsangestellte und langjährige Geschäftsführerin des Vereins Ketani für Sinti und Roma. Ihr künstlerisches Werk umfasst bildnerische und literarische Arbeiten, von denen einige in Anthologien und anderen Publikationen veröffentlicht wurden. Bekannt wurde vor allem das Buch ‚Uns hat es nicht geben sollen‘ (2004), in dem auch die Mutter und die Tochter Rosa Gitta Martls zu Wort kommen.

Ihr großer Einsatz für die Minderheit trug Martl etliche bedeutende Auszeichnungen ein, darunter 2011 den Elfriede-Grünberg-Preis sowie den beim Parlament angesiedelten Demokratiepreis der Margaretha Lupac-Stiftung und 2013 das goldene Verdienstzeichen der Republik Österreich. Die Autorin Rosa Gitta Martl wurde 2007 mit dem Marianne-von-Willemer-Preis und 2019 mit dem Roma-Literaturpreis des österreichischen PEN gewürdigt.

Details

Datum:
19. Februar
Zeit:
17:00 - 18:30
Eintritt:
kostenlos

Veranstaltungsort

RomnoKher Mannheim
B7 16
Mannheim, 68159 Deutschland